Aktivitäten zum Erhalt der Kirche

Um die unbedingt notwendigen Renovierungsarbeiten an unserer Kirche voranzutreiben, gründeten wir 2005 den Förderverein Kirche Kehrberg e.V. Die ersten Maßnahmen begannen mit der Erneuerung der Turmbekrönung. Haube, Lanze, Kugel und Kreuz wurden montiert und das Kirchendach zunächst so ausgebessert, dass es nicht mehr durchregnet und die Innenausstattung nicht gefährdet ist. Bergsteiger, gleichzeitig Dachdecker, aus Berlin waren die Ausführenden der spektakulären Aktion am langen Seil.

 

Die alte Kirchturmbekrönung steht im Eingang der Kirche, verbunden mit dem Mini-Modell der neuen, die nun den Kirchturm des Gotteshauses schmückt. Fördervereinsmitglied Reinhard Wilhelm hat die neue Modellausgabe mit handwerklichen Geschick gefertigt, mit einer Spendenkasse sowie der alten Bekrönung verbunden. Ein Kerzenständer und der mit Mauerziegeln neu verlegte Kircheneingang sind ihm ebenfalls zu verdanken. Aus solchen Mosaiksteinchen und dem zähen Streben des Fördervereins Kirche Kehrberg e. V., fügt sich das Bild des geschichtsträchtigen Gebäudes mehr und mehr zu einem Ganzen. Da der gesamte Dachstuhl der Kirche marode ist, der Turm grundlegend saniert werden muß, das Dach neu gedeckt und am Mauerwerk des Kirchenschiffes Reparaturen dringend nötig sind, wollen geschätzte 150.000 Euro Reparaturkosten erst einmal zusammengebracht werden. 

 

Heute ist man stolz auf das neue Symbol hoch oben auf dem Turm, zeugt es doch von einer einzigartigen Aktion in dieser kleinen Gemeinde,die innerhalb weniger Tage mit einer zusätzlichen Spendensammlung von 1200 Euro mit dazu beitrug, daß eine neue Bekrönung errichtet werden konnte. Allen Kehrbergern gebührt dazu ein besonderer Dank.

Reinhard Wilhelm bei Aufräumarbeiten
Reinhard Wilhelm bei Aufräumarbeiten

Großputz auf dem Dachboden

Kehrberger entfernten Schutt aus der Kirche / Turm wieder begehbar Märkische Allgemeine vom 28. März 2007 von AXEL KNOPF

 

KEHRBERG Der Dachboden und der Turm der Christus-Kirche sind nun besenrein. Reinhard Wilhelm kehrte dort in den vergangenen Wochen alte Steine und Holz zusammen. Das Gros des Mülls befand sich im Bereich der Traufen über dem Chor und dem Schiff des Gotteshauses von Kehrberg (Gemeinde Groß Pankow). Der Abfall hatte sich dort über Jahrhunderte angesammelt. Beim Aufräumen kamen 131 Schubkarren voller Müll zusammen. Reinhard Wilhelm fand aber nicht nur Unbrauchbares. Er entdeckte auch einen alten Löffel, zwei Kerzenhalter, einen handgeschmiedeten Nagel und eine Flasche, auf der sich möglicherweise als Wappen der preußische Adler befindet. Den vielleicht interessantesten Fund stellen die Reste eines Gestühls dar. Möglicherweise handele es sich dabei um einen Patronatsstuhl, wie er auf der rechten Seite nahe des Altars noch existiere, meint Volker Schulz, Mitglied im Gemeindekirchenrat. Reinhard Wilhelm hatte das Holz erst für eine ausrangierte Tür gehalten, mit der,der Boden  unter der Glocke abgedeckt worden war. Alte Kehrberger bestätigen, dass das Gestühl noch in den 1930er Jahren in der Kirche gestanden hat, worauf der Schmied und der Lehrer gesessen haben sollen. Dabei handelt es sich um so etwas wie eine Loge.

 

Die Aufräumarbeiten sind Voraussetzung für zwei Projekte. Zum einen wollen Irina Wilhelm und Volker Schulz den Turm der Kirche wieder begehbar machen, damit Besucher sich die Glocke ansehen können. Laut einer Chronik soll die Kehrberger Glocke die kleine Schwester der bekannten Gloriosa im Erfurter Dom sein. Wie Volker Schulz sagt, können Besucher am Karfreitag, wenn ein Gottesdienst (15 Uhr) in der 1260 erbauten Christus-Kirche gefeiert wird, den Turm besteigen. Damit auch Kinder sicher über die Treppe nach oben kommen, hat Reinhard Wilhelm an der Treppe neue Knieläufe angebaut. Zudem tauschte er kaputte Stufen aus. Für den Gottesdienst am Karfreitag haben am Sonnabend mehrere Einwohner aus dem Ort die Kirche gereinigt. Das Gebäude ist die einzige dreiteilige Feldsteinkirche - mit Turm, Schiff und Chor - in der Prignitz.

 

Der Dachboden musste vom Schutt befreit werden, damit sich dort keine Feuchtigkeit mehr sammeln kann, und der Traufenbereich zum Erstellen eines Gutachtens für das Holz und das Mauerwerk zugänglich wird. Ein Architekturbüro aus Gerdshagen erstellt das Gutachten. "Das Dach der Kirche muss neu gedeckt und das Fachwerk des Turmes saniert werden", sagt Schulz. Dafür seien wahrscheinlich 150 000 Euro nötig. "Mit dem Gutachten hätte der Förderverein endlich ein Papier in der Hand, um Fördergelder beantragen zu können." Wann es letztendlich zu den ersten Sanierungsarbeiten komme, sei noch völlig offen. In diesem Jahr sollen die Grundmauer der Kirche freigelegt werden. Über die Jahre habe sich an einigen Stellen um den Außenbereich der Kirche bis zu ca 1,00 Meter Erde angehäuft. "Wir haben dadurch ständig Feuchtigkeit im Mauerwerk", erklärt Schulz. Für diese dringend notwendige Bestandssicherung seien allerdings noch Absprachen mit der Gemeindeverwaltung Groß Pankow nötig. Mit Schippe und Spaten und auch mit schwerer Technik fanden sich dann wiederum mehrere Kehrberger an einem Samstagvormittag bereit, die Erdmassen zu beseitigen. Die Freude der fleißigen Helfer war groß, als Marco Echtmann mit der "Radlader" kam. So konnte man doch dem gesteckten Ziel sehr viel schneller näher kommen.

Sanierungsarbeiten am Kirchtum
Sanierungsarbeiten am Kirchtum

Sanierung folgt aufs Schauspiel

KIRCHE: Der Turm des Kehrberger Gotteshauses wird instand gesetzt Märkische Allgemeine vom 05. Februar 2008 Von Axel Knopf

 

KEHRBERG Sobald die Eule mit ihrem Nachwuchs den Turm der Christus-Kirche in Kehrberg (Gemeinde Groß Pankow) verlassen hat, werden wohl die Sanierungsarbeiten beginnen. "In vier bis fünf Wochen könnte es soweit sein", sagt Reinhard Wilhelm vom Förderverein. Bis dahin ist auch die für den 19. Juni angesetzte Aufführung des Historienspektakels "Der Wunderknabe zu Kehrberg" vor dem Gotteshaus über die Bühne gegangen.

 

Das Theaterstück über die Geschichte von Johann Ludwig Hohenstein, der im Jahre 1734 mit seinen bloßen Händen Kranke geheilt haben soll, hat einen Anteil daran, dass die Sanierung nun Wirklichkeit wird. "Die Aufführungen sind ein Zeichen unserer Bemühungen, dass es jetzt vorwärts geht", sagt Reinhard Wilhelm. Der Wunderknabe lenkte sozusagen das Augenmerk wieder auf die Feldsteinkirche mit dem Fachwerk-Turmaufsatz. Außerdem kamen durch die Aufführungen Spenden für die Instandsetzung zusammen. Der Hauptanteil des für die Sanierung benötigten Geldes sind jedoch Fördermittel, die nach dem Staatskirchenvertrag ausgereicht werden. Außerdem unterstützt das kreisliche Denkmalschutzamt, der Förderverein "Alte Kirchen" und das Konsistorium der Landeskirche die Kirchengemeinde. Weiteres Geld steuern der Kirchenkreis, die -gemeinde selbst und eben der Förderverein hinzu. Rund 400 000 Euro werden benötigt, um alle geplanten Arbeiten auszuführen.

 

Im Mittelpunkt des ersten Bauabschnittes steht der Turm. Vor geraumer Zeit gab es bereits eine Notsicherung der Fachwerkgefache. Damit sich daraus keine Steine lösen und herunterfallen können, wurden Bretter als Verstrebungen angebracht. Außer der Reparatur der Gefache soll auch das Turmdach erneuert werden. Insgesamt sind nach Auskunft von Reinhard Wilhelm drei Bauabschnitte vorgesehen. Die anderen beiden betreffen das Kirchenschiff und den -chor. Vor vier Jahren war Erdreich links und rechts vom Kirchenschiff abgetragen worden, damit das Regenwasser besser abläuft. Bis dahin gelangte ins Mauerwerk Feuchtigkeit, die sich bis ins Gebälk hochzog.

 

In einer Vitrine im Eingangsbereich der Kirche ist eine schätzungsweise mehr als 200 Jahre alte Flasche ausgestellt, die bei Aufräumarbeiten auf dem Dachboden gefunden wurden. Der sich über Jahrhunderte angesammelte Abfall füllte 131 Schubkarren. Auf der Flasche befindet sich ein Wappen, wahrscheinlich der preußische Adler. Die Flasche sei nicht industriell gefertigt, sondern stamme aus einer Manufaktur, vermutet Reinhard Wilhelm. Im Eingang ist auch die alte Turmbekrönung ausgestellt. Diese war im Jahre 2005 durch eine neue Bekrönung – bestehend aus einer Haube, Lanze, Kugel und einem Kreuz – ersetzt worden. Nach der Sanierung soll ein Turmraum für eine Ausstellung über den Wunderknaben genutzt werden. Gezeigt werden könnte dort zum Beispiel Literatur über den Dreijährigen oder einige der bei den Aufführungen verwendeten Kostüme. An der Theater-Aufführung im nächsten Monat ist auch Reinhard Wilhelm beteiligt. Er spielt einen Soldaten, der im Auftrag des Königs das Kehrberger Wunderkind verhaften soll.